Ergänzung zur Beschreibung der Varroabehandlung...

Ergänzung zur Beschreibung der Varroabehandlung mit Ameisensäuren

In unserem Geschäft laufen Erfahrungen und Erkenntnisse von Instituten und vielen Tausenden Imkern zusammen. Eine Zusammenfassung der aus unserer Sicht besten Erkenntnisse sowie der  Erfahrungen aus der eigenen Imkerei sollen sie beim Imkern unterstützen. Egal welches Verfahren Sie bei der Varroabehandlung mit Ameisensäure anwenden, ich rate Ihnen die nachfolgenden Hinweise zu beachten:

- Zu einer richtigen Ameisensäurebehandlung gehört sowohl vor, während und nach der Behandlung eine sichere Kontrolle des Milbenfalles. Die Wichtigkeit dieser Kontrollen sollten Sie nicht unterschätzen.

Die besten Ergebnisse, bei effektivstem Einsatz, ohne Störung der Bienen wurden durch nachfolgende Maßnahme erreicht.

• Man gibt ein Küchentuch oder Zellstofftaschentuch auf die Schublade (z.B. unserer) Beute und trägt auf dieses so ähnlich wie man ein Brot bestreicht aber noch etwas dicker und eventuell nur außen herum ca.3 mm dick und 2 cm breit ungereinigtes Schafwollfett (unsere Art. Nr.: 07 110) auf. Das Küchentuch sollte auf der Schublade so platziert werden, dass es beim einschieben der Schublade etwa unter den Bienensitz platziert wird. Das verwendete ungereinigte Schafwollfett ist ökologisch, beeinflusst den Honig und das Leben im Bienenvolk nicht und wird von Ameisen und Ohrwürmern zumindest in den ersten Tagen nach dem Auftragen und solange es einen dicken klebenden Belag bildet, gemieden. Eine Beeinträchtigung des Honigs ist bei einer Einsatzzeit von bis zu 8 Tagen bei unseren Beuten nicht zu erwarten. Für andere Beuten und längere Einsatzzeiten liegen keine Ergebnisse vor. Deshalb raten wir Ihnen davon ab.

 PS.: Bei windigen Standorten kann man auch die gesamte Fläche des Küchentuches mit dem Fett oder ähnlich bestreichen, dann kann das Ergebnis beim Zählen nicht durch stürmischen Wind beeinflusst werden.

Die Benutzung von mit Speiseöl getränktem Küchentüchern egal welcher Art das Speiseöl war, brachte bei vielen Imkern keine ausreichenden Ergebnisse. Vor allem, wenn die Ameisen schon lange Zeit  an das auffinden von Milben unter den Gitterböden gewöhnt waren hat sie das Speiseöl nicht ausreichend gestört. Deshalb raten wir hier vom Einsatz von Speiseöl ab.

• Wichtig sind auch Drahtgitterböden die ein unmittelbares Durchfallen der Milben durch das Drahtgewebe sicherstellen. Lochbleche sind zur Befallskontrolle der Bienenvölker  mit Milben nicht geeignet. Für nicht wissenschaftliche Zwecke reicht die Fläche eines Küchentuches von ca.400 cm² völlig aus. Bei Bedarf kann man das Ergebnis ja hochrechnen. Unsere Zanderböden haben z. B. eine Fläche von ca. 1670 cm², 12 er Dadantböden eine Fläche von ca. 2000 cm².  

Man kann also, indem man ein Küchentuch als Auflage mit ungereinigtem Schafwollfett in die Schubladen unserer Beuten gibt, einfach, effektiv, mit wenig Aufwand und sehr korrekt den konkreten Milbenfall und damit auch den Befallsgrad der Völker mit Varroamilben bestimmen. Dies ist die entscheidende Voraussetzung für eine effektive Varroabehandlung. Rechtzeitige Kontrollen helfen den optimalen Zeitpunkt für Behandlungen zu planen. Ebenso kann man während und nach der Behandlung das Ergebnis prüfen. Wer dies gewissenhaft und sachkundig tut, darf gute Ergebnisse erwarten. Ab einem Milbenfall von 8 Stück pro Tag und Volk, wenn Bienen mit deformierten Flügeln zu sehen sind und wenn bei der Kontrolle an mehreren Bienen ansitzende Milben gesehen werden, ist eine Varroabehandlung kurzfristig zu empfehlen. Je nach Standort schlüpfen im August, Septmeber die Winterbienen. Diese sollten ohne wesentliche Varroabelastung in den Winter gehen.

•  Weiterhin ist zu beachten, dass möglicherweise trotz des Vorhandenseins von Milben bei einzelnen und starken Völkern nicht alle Milben fallen, weil diese ihre Brut wie in einer Winterkugel vor den Säuredämpfen schützen. Durch diese Schutzreaktion kann es sein, dass vor allem bei Kurzzeitbehandlungen viele Milben überleben und die Bienen weiter schädigen. Da bei einer Varroabehandlung vom Beginn an gerechnet etwa16Tage lang tote Milben fallen können und zwar 12 Tage mit dem Schlüpfen von Brut und danach durch das Putzen von Zellen, sollte nach spätestens 20 Tagen eine Nachkontrolle wie beschrieben, unter Verwendung von ungereinigtem Schafwollfett erfolgen.

• Zum Verständnis: da die Brut von Arbeitsbienen ca. 12 Tage nach dem Verdeckeln schlüpft, sollten die Milben bei der Behandlung auch zumindest über einen Zeitraum von 12 Tagen so fallen, wie die Königin vorher  die Eier in die Waben gelegt hat ,bzw. wie die Bienen schlüfpen. Fallen die Milben nicht wenigstens 12 Tage lang intensiv, ist Misstrauen geboten. Langzeitbehandlungen wirken in der Regel wesentlich besser als Kurz Zeit Behandlungen und die Ergebnisse sind dann auch in der Regel sicherer.

• Wichtigst ist auch, das die Verdunstung der Ameisensäure 60% ad us. vet. in der Beute langsam beginnt und über einen Zeitraum von mindestens drei Tagen gleichmäßig anhält. Bei kühler Witterung und hoher Luftfeuchtigkeit hat die Behandlung mit Ameisensäure 60 % ad us. vet. und den oben genannten Verdunstern Grenzen in ihrer Wirksamkeit. Es sollten eben Temperatur und Luftfeuchte zusammenpassen. Andererseits gibt es Informationen dass Imker z. B. in den vergangenen Jahren auf Grund von Befallswerten mit dem Verdunster Nassenheider Verdunster Professional bei Tageshöchsttemperaturen von ca. 18 °C und Luftfeuchte werten um 70% im Oktober noch gute Ergebnisse mit der Ameisensäurebehandlung erreicht haben. Der Standort, die Voksstärke, der Abstand der Ameisensäureverdunster vom Bienensitz, der Anteil von Brut in der Beute und damit natürlich auch die Temperatur im Verdunstungsbereich sowie vieles mehr haben eine wichtigen Einfluss. Bei einer entsprechenden Kontrolle der Verdunstung der Ameisensäure 60% ad us. vet. und des Milbenfalles kann ich auf alle Bedingungen rechtzeitig und angemessen reagieren und Risiken minimieren. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg. R. Weber

 

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg. R. Weber