Wissenwertes aus der Praxis Milbenfall

Wissenwertes aus der Praxis Milbenfall

Milben-01
 

Nach einem Milbenfall von 1 bis zu 5 Milben pro Tag auf den jetzt nach hinten offenen Schubladen meiner Beuten habe ich diese am 01.01.2016 mit Oxovar (auf Oxalsäurebasis) behandelt. Die Behandlung erfolgte nach beiliegender Verpackungsbeilage. Eigentlich sollte die Varroabehandlung mit Oxovar schon im November erfolgen. Die Völker hatten jedoch damals noch große Brutflächen!

Auch bei der Behandlung am 01.01.2016 waren bei einigen Völkern immer noch Waben mit Brutflächen von ca. 200 cm² Größe zu finden. Diese habe ich aus Sorge ausgeschnitten.

Nach Kontrolle und Behandlung habe ich von einigen verdeckelten Zellen die Zelldeckel mit einem Messer entfernt und die fast schlupfreifen Larven mit einer Pinzette herausgezogen. Dabei habe ich erstaunlich wenige Milben gefunden. Die gefundenen Milben waren nicht gleichmäßig über die verdeckelte Brut verteilt sondern eher gruppenweise angeordnet. Einige Larven mit ansitzenden Milben können Sie auf den Fotos sehen.

Am 18.01.2016 habe ich dann Bilder von den Schubladen der mit Oxovar behandelten Völker angefertigt (siehe oben). Diese zeigen einen Milbenfall von etwa 30 Milben bis zu 200 Milben je Volk (geschätzt). Alle Völker hatten im Herbst bereits zweimalig eine Behandlung mit dem Nassenheider professional hinter sich.

Den hohen Milbenfall von ca. 200 Stück kann ich mir nur mit Räuberei des Volkes bei Nachbarvölkern im Stadtgebiet Gera erklären. Die größten Milbenmengen habe ich bei den im Stadtgebiet Gera aufgestellten Völkern gefunden. Alle dort aufgestellten Völker brachten von Juli 2015 bis Januar 2016 einen Milbenfall von je über 600 Milben pro Volk - insgesamt bei drei durchgeführten Behandlungen (2 x AS + 1x Oxalsäure). Alle Völker waren zum Zeitpunkt der Oxovar-Behandlung stark und gaben einen ordentlichen Eindruck ab. Wie auch in den letzten Jahren habe ich keine Sorge vor Überwinterungsverlusten.

Die im Dorf außerhalb der Stadt aufgestellten Völker, wo auch rundherum keine Bienen stehen, brachten es nur auf einen Milbenfall von 300 bis 400 Milben je Volk (siehe
Fotos vom Gemüll- und Milbenfall nach der Oxovar Behandlung).

Noch einige Hinweise aus meinen Erfahrungen als langjähriger Erwerbsimker:

Diese Erfahrungen zeigen, durch eine zweckmäßige Kontrolle des Milbenfalles auf Schubladen kann ich die Varroabehandlung richtig kontrollieren und effektiv durchführen. In der Zeit, wo Ameisen und Ohrwürmer aktiv sind, gebe ich Küchentücher mit einer dicken Schicht (3 mm) von ungereinigtem Schafwollfett bestrichen unter die Brutnester auf die Schubladen. Dort sehe ich dann etwa drei Tage lang den realen Milbenfall. Dieser ist die Grundlage für die anschließende Behandlung. Die Schwammtuchmethode empfehle ich nicht. Es kommt aber nicht auf die Methode der Behandlung, sondern mehr auf deren Ergebnis an. Besonders wichtig sind deshalb die Kontrolle des Ergebnisses und das Wissen, dass es noch keine Varroatoleranten Bienen gibt. Wenn weniger als 200 Milben pro Volk fallen sollten, ist dies zumindest ein Achtungszeichen. Bei Ablegern dürfen aber auch weniger Milben fallen.
Viele unserer Kunden, die mir im Herbst sagen, dass ihre Völker fast keine Milben haben, müssen dann im Frühjahr viele Bienen beerdigen.

Ich wünsche Euch gesunde Bienen!

 

Mit freundlichen Imkergrüßen

Roland Weber