ameisensaeure

Ameisensäure 60% ad us. vet.

Produktinformation

Für Tiere: Bienen

Zusammensetzung
100,0 g enthalten:
Ameisensäure 98 % (m/m) 60,45 g
in gereinigtem Wasser

Darreichungsform und Inhalt
Lösung, Originalpackung mit 1 Liter.

Stoff- oder Indikationsgruppe
Antiparasitikum

Anwendungsgebiete
Varroose der Honigbiene (Apis mellifera)

Gegenanzeigen
Nicht während der Tracht anwenden.

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Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Beim Arbeiten mit Ameisensäure sind Schutzhandschuhe zu tragen.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln
keine bekannt.

Warnhinweise
Ameisensäure 60% ad us. vet. darf nicht in die Hände von Kindern gelangen. Die Lösung verursacht Verätzungen. Dämpfe nicht einatmen. Bei Berührung mit den Augen gründlich mit Wasser ausspülen und Arzt konsultieren. Bei Anfall oder Unwohlsein sofort Arzt hinzuziehen.

Dosieranleitung, Art und Dauer der Anwendung
Dosierung mit Einzel- und Tagesangaben:
Die empfohlene Dosis für ein- bzw. zweizargige Völker liegt im Spätsommer/ Herbst (vor der Brutpause) bei 6- 10 g Ameisensäure 60% pro Zarge und Tag, im Sommer (nach der Abschleuderung) bei 15- 20 g pro Zarge und Tag.

Die Minimaldosis von 6 g pro Tag (vor der Brutpause) bzw. 15 g pro Tag (nach der Abschleuderung) darf nicht unterschritten werden.
Die Gesamtdosis beträgt 85 g Ameisensäure 60% pro Zarge und Behandlung. Das Volumen einer Zarge entspricht rund 40 Litern (≈40 dm3). Bei Beutetypen mit abweichendem Volumen ist die Dosis von Ameisensäure 60 % dem vorhandenen Beutevolumen anzupassen.
Der angegebene mittlere Dosisbereich ist einzuhalten. Kurzfristige Überschreitungen der Dosis innerhalb der ersten 3 Behandlungstage um bis zu 100% können toleriert werden.


Art und Dauer der Anwendung
Die Ameisensäure wird mit Hilfe geeigneter Applikatoren (Verdunstungshilfen) in die Bienenvölker eingebracht. Das Besondere dieser Applikationsform ist die kontinuierliche Verdunstung niedriger Dosen pro Zeiteinheit über einen längeren Zeitraum. Die Verdunstung der Ameisensäure im Bienenvolk hat mit der höchstmöglichen Gleichmäßigkeit über einen Zeitraum von 10 Tagen zu erfolgen.

Beschreibung eines geeigneten Applikators
(Beispiel s. Abb.1):

Der Applikator besteht aus einem Kunststoffgefäß (Material: Polypropylen, säurefest, lebensmittelecht),
in dessen Vorratsbehälter (1) während der Applikation ein Unterdruck entsteht, sowie einem Ablauf- und Verdunstungsbehälter (2).
Vorrats- und Verdunstungsbehälter stehen über eine unmittelbar über dem Boden angeordnete Öffnung (Auslaufbereich, 3) in Verbindung. Ein abnehmbarer Deckel (4) schließt den Verdunstungsbehälter ab, damit keine Bienen oder Fremdkörper in den Verdunstungsbehälter gelangen können. Der Deckel ist mit einem Schlitz für die Verdunstungsfläche versehen.
Der Applikator wird vor der Anwendung im Bienenvolk in einem Leerrahmen durch vorgegebene Lochungen (5) angeschraubt und über die Öffnung in der Seitenwand (3) mit Ameisensäure 60 % befüllt. In den Auslauf- und Verdunstungsbehälter des Applikators wird dann die Verdunstungsfläche (6) aus Papierfilz (Material: Holzschiffpapierfilz; Dicke 1,5 mm) eingeschoben.
Die Verdunstungsfläche beträgt im Allgemeinen 18 cm², kann aber bei Bedarf (Abweichungen von der Tagesdosis) auf 9 bzw. 30 cm² verändert werden.
 

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Kurzfristige Abweichungen von der mittleren Tagesdosis um bis zum Doppelten können in den ersten drei Tagen toleriert werden.
Die Verdunstungsfläche ist erst direkt vor Einbringen in das Bienenvolk in den Applikator einzuschieben. Die Ameisensäure steigt nun in der Verdunstungsfläche auf und wird über ihre Oberfläche an die Umgebung abgegeben. Durch die Entstehung eines Unterdrucks im Vorratsbehälter bleibt der Flüssigkeitsspiegel im Verdunstungsbehälter annähernd konstant.
Der Applikator wird neben dem Brutnest, möglichst im Anschluss an eine Deckwabe, eingehängt.
Einzargige Völker erhalten einen Applikator, zweizargige entsprechen zwei Applikatoren.
Das Einhängen erfolgt generell fluglochfern und, bei Zweizargern, in der oberen Zarge diagonaler Anordnung zur unteren Zarge.
Der Applikator bleibt im Volk, bis die Ameisensäure verdunstet ist.
Die Behandlung erfolgt zweimal pro Jahr, einmal direkt nach der Abschleuderung, einmal vor der Brutpause (in Mitteleuropa im Juli bzw. September). Brut muss während der Behandlung vorhanden sein.

Hinweise für den Fall der Überdosierung
Verdunster entnehmen, Verdunstungsfläche verkleinern

Nebenwirkungen
Beim Beachten der Anwendungsempfehlungen sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Hinweis:
Jede beobachtete Nebenwirkung ist dem Tierarzt oder Apotheker mitzuteilen.

Wartezeit
Wartezeit für Honig: Anwenden nach der letzten Honigernte des Jahres.

Lagerungs- und Entsorgungshinweise
Vor Licht geschützt aufbewahren. Nicht aufgebrauchte Mengen von Ameisensäure 60% ad us. vet. sind vor dem Entsorgen stark mit Wasser zu verdünnen (mindestens im Verhältnis 1: 10).
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!

Dauer der Haltbarkeit
Nach Ablauf des auf Behältnis und äußerer Umhüllung angegebenen Verfallsdatums darf das Arzneimittel nicht mehr angewendet werden.

Stand der Information Juli 2001