Mittelwände pestizidfrei

Mittelwände pestizidfrei

Weiterführende Erklärung:        


Im Herkunftsgebiet Afrika wird der Honig mit den Waben von aggressiven Bienen unter Einsatz von viel Rauch gewonnen. Dieser Brandgeruch wird vom Wachs angenommen und kann durch den Transport in großen Blöcken nicht ausreichend entweichen. Dies ist erst mit der Einlötung der Mittelwände möglich. Die von den Mittelwänden ausgehenden Geruchsstoffe sind denen eines Smokers ähnlich. Viele unserer Speisen wie Wurstwaren und Fisch werden geräuchert. Die Gerüche werden von jedem anders wahrgenommen. Sie können Schleimhäute und Nerven reizen, sowohl angenehm, wie auch unangenehm.

Nach Einschätzung der eingesetzten Fachleute ist die Schädlichkeit der Geruchsstoffe dieser Mittelwände, wenn das Wort schädlich überhaupt zutrifft, jedoch wesentlich geringer, als ein Rauchstoß aus einem Smoker oder die Einatmung von Zigarettenrauch. Nach heutigen Erkenntnissen ist eine gefährlichere Schädigung durch Feinstaub möglich. Da Mittelwände keinen Feinstaub, sondern nur Geruchsstoffe  abgeben, verflüchtigen sich diese in der Beute schnell und wirken sich deshalb auch nicht auf den Geschmack des Honigs aus.

Gebiete, in denen mit unseren jetzigen sich ständig verbessernden Nachweismethoden noch pestizidfreies Wachs gewonnen werden kann, nehmen ständig und stark ab. Ich benutze dieses Wachs in meiner Imkerei, weil mir der Pestizideinsatz in der modernen Landwirtschaft mit seinen Folgen weltweit große Sorge bereitet. Als Nichtraucher bearbeite ich meine Bienen rauchfrei. Deshalb stört mich der Geruch dieser Mittelwände nach Jute und Rauch erheblich. Ich habe mich bei der Wahl zwischen den Pestiziden unserer intensiven Landwirtschaft und diesem afrikanischen Bienenwachs, für das aus meiner Sicht kleinere Übel, mit dem kurzzeitigen Rauchgeruch entschieden. Für deutsches Biowachs ist leider keine Untersuchung auf Pestizide vorgeschrieben. In der normalen Landwirtschaft werden aber in der Vegetationszeit fast täglich Pestizide ausgebracht.

Der Rauchgeruch verschwindet beim Ausbau der Waben durch Erwärmung und Ventilation der Bienen nach etwa 2 bis 3 Tagen. Eine Unterscheidung zu von den Bienen in Naturbau ausgebauten Waben ist dann für mich sensorisch nicht mehr möglich. Pestizide und zugelassene Varroabekämpfungsmittel wie z.B. Perizin und Bayvarol stellen für uns Menschen und unsere Umwelt eine große Gefahr dar, die vor allem mit dem Blick auf unsere Nachwelt nicht hoch genug bewertet werden kann. Pestizide wirken oft geruchlos und zumindest anfangs schmerzfrei. Wenn die Wirkung festgestellt wird, sind die wahren Ursachen meist schwer nachzuweisen und oft ist es dann auch schon zu spät. Entscheiden muss sich jeder selbst.
Wichtig ist ein ehrlicher und fairer Umgang mit den neuesten und besten Forschungsergebnissen im Interesse von uns allen.

Mit freundlichen Imkergrüßen und den besten Wünschen für Erfolg

Roland Weber
Dipl. Ing. (FH)